Fotografie, Kurz erklärt
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Kurz erklärt: Was ist die Blende in der Fotografie?

Blende in der Fotografie erklärt

Willkommen zum ersten Teil meiner „Kurz erklärt“-Serie. In dieser Serie geht es um die Basics in der Fotografie – einfach erklärt, besonders für Anfänger.

Um ein Bild richtig zu belichten, muss man an der Kamera drei Dinge einstellen:

  1. Die Blende
  2. Die Belichtungszeit/Verschlusszeit
  3. Den ISO-Wert

Die drei Parameter beeinflussen sich gegenseitig, deswegen ist es gerade am Anfang  manchmal ein wenig herausfordernd zu verstehen, was gerade passiert. Deshalb habe ich die Infos auf drei Artikel aufgeteilt. Am besten beschäftigst du dich erstmal mit einem zur Zeit. Heute gehts dabei um die Blende.

Was ist die Blende in der Fotografie?

Die Blende ist eine Öffnung in deinem Objektiv, die verschieden weit geschlossen oder aufgemacht werden kann. Dadurch kommt mehr oder weniger Licht auf den Sensor und das Bild wird heller oder dunkler. Du musst dir das wie einen Wasserhahn oder einen Gartenschlauch mit so einem Ventil vorne dran vorstellen. Je nachdem wie weit du den Hahn öffnest, kommt unterschiedlich viel Wasser durch.

Wie weit die Blende geöffnet ist, wird mit der sogenannten Blendenzahl angegeben. Die findest du entweder im Menü deiner Kamera, oder auf dem kleinen Display oben drauf. Meist steht ein „F“ davor. Zum Beispiel f5.6 oder f8.0 oder f16.
Jetzt wirds ein wenig verwirrend. Je kleiner die Zahl ist, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto mehr Licht kommt auf den Sensor.

Zusätzlich steht auf den meisten Objektiven auch noch die maximal mögliche Blendenzahl. Entweder im Format f5.6 oder auch 1:5.6. Bei manchen Objektiven ist die maximale Blendenöffnung auch vom Zoom abhängig. Das ist meist bei günstigen Einsteiger-Objektiven der Fall. Da steht dann zum Beispiel 1:3.5-5.6. Das bedeutet, dass bei der weitwinkeligsten Zoomstufe 3.5 die maximale Blende ist, wenn man dann reinzoomt, geht die Blende weiter zu und die Blendenzahl wird größer.

Objektive, die die Blende weit öffnen können, nennt man „lichtstark“. Die haben dann eine maximale Blende von f1.4, f1.0 oder sogar f0.95. Die sind dann aber oft auch sehr teuer, weil sehr reines und teuer zu produzierendes Glas verwendet werden muss um diese Lichtstärke zu erreichen.

Die Blende als Stilmittel

Zusätzlich zur reinen Funktion als Regulator der Lichtmenge hat die Blende noch einen wichtigen Einfluss auf den Look des Bildes. Je weiter du die Blende nämlich öffnest, desto mehr verschwimmt der Hintergrund bei einem Motiv. Die sogenannte Schärfentiefe wird dabei immer geringer. Das bedeutet, je weiter du die Blende öffnest, desto kleiner ist der Bereich im Bild, der scharf ist.

Das kannst du in den Bilder ganz gut sehen. Bei Blende f2.0 ist schon die Vorderkante vom Objektiv unscharf, bei Blende f16 kann man die Schrift noch wunderbar lesen und auch vom Hintergrund ist viel mehr zu erkennen.

Blende f2.0

Blende f2.0

Blende f16

Blende f16

Das kann man zum Beispiel bei Portraits wunderbar einsetzen, damit sich die Person mehr vom Hintergrund abhebt. In anderen Fällen, zum Beispiel bei einem Landschaftsfoto ist dafür vielleicht eine größere Schärfentiefe gefragt, damit die gesamte Landschaft im Bild scharf ist. Dafür schließt man die Blende dann (höhere Blendenzahl). Mit der Blende kann man also auch inhaltlich am Bild arbeiten, in dem man wichtige Inhalte wie bestimmte Personen scharf belässt und unwichtige Dinge unscharf macht. In diesem Bild ist zum Beispiel der Sänger auf der Bühne scharf. Das Publikum hingegen, das im Bild nicht die Hauptrolle spielt, ist unscharf im Vordergrund und verleiht dem Bild damit eine räumliche Tiefe.

Blende in der Fotografie erklärt

Im nächsten Teil der Serie geht es dann um die Belichtungszeit, und im dritten Teil um den ISO. Wenn du noch Fragen hast, schreibe sie in die Kommentare, ich beantworte sie gerne!

Kurz erklärt: Die Blende

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