Silvester Feuerwerk fotografieren – Anleitung
Fotografie

Anleitung: So fotografierst du Silvester-Feuerwerk

Kai

Feuerwerk zu fotografieren ist gar nicht so einfach. Besonders weil es über das Jahr verteilt nicht besonders viele Gelegenheiten zum Üben gibt. Da ich im letzten Jahr zu Silvester krank war, konnte ich nur in der näheren Umgebung meiner Wohnung fotografieren. Aber vermutlich trifft das auf viele Hobbyfotografen zu, die an Silvester ein paar tolle Feuerwerksfotos machen möchten. Diese Anleitung soll dir aber eine gute Basis bieten um auch vor der eigenen Haustür tolle Feuerwerks-Fotos zu machen.

Benötigtes Equipment für Feuerwerks-Fotos

Stativ

Da wir für die Feuerwerks-Bilder lange Belichtungszeiten benötigen ist ein gutes Stativ Pflicht. Was heißt gut? Es sollte groß genug sein, damit du im Stehen einigermaßen entspannt fotografieren kannst und stabil genug, damit es das Gewichti deiner Kamera tragen kann. Gleichzeitig sollte es leicht genug sein, damit du es auch mitnehmen magst, und preislich in dein Budget passen.

Generell lohnt es sich aber ein paar Euro mehr zu investieren, da Stative im Vergleich zu Objektiven und besonders Kamera-Bodies eher langfristige Investitionen sind, und an einem guten Stativ auch in 10 Jahren noch die Verschlüsse funktionieren.

Kamera

Die Fotografie von Feuerwerk stellt für die meisten Kameras keine besonders große Herausforderung dar. Ein manueller Modus sollte vorhanden sein, damit du alle Einstellungen vornehmen kannst. Außerdem sollten längere Belichtungszeiten von ca. 15–30 Sekunden möglich sein.

Objektiv

Gute Objektive machen natürlich bessere Bilder als schlechte. 😉 Da wir mit relativ geschlossener Blende fotografieren ist die Qualität, insbesondere die Lichtstärke des Objektivs, aber nicht ganz so wichtig. Hilfreich ist eine Schärfentiefeskala. Die Brennweite sollte irgendwo zwischen 35 und 200mm liegen. Da kommt es sehr darauf an wie weit du vom Feuerwerk entfernt bist. Man kann aber sagen: Je kürzer die Brennweite, desto kleiner das Feuerwerk im Bild. Da kommen wir aber gleich noch einmal drauf zurück.

So klappen die Feuerwerksfotos

Zuerst solltest du dir einen Ort suchen, an dem du das Feuerwerk gut sehen kannst. Schön sind Wasserflächen, wenn auf der anderen Seite zum Beispiel eine Promenade verläuft. Dort sammeln sich meist viele Leute und zünden auch viel Feuerwerk. Zusätzlich spiegelt sich das Feuerwerk auch im Wasser. Vorsicht gilt nur bei Brücken! Besonders Stahlbrücken neigen dazu stark zu vibrieren. Gerade wenn viele Menschen darüber laufen. Das kann dazu führen, dass deine Bilder trotz Stativ verwackelt oder unscharf sind.

Erhöhte Standpunkte, wie zum Beispiel die Dächer von Parkhäusern, sind auch gut geeignet um einen Überblick zu bekommen. In Wohngebieten versperren häufig die umliegenden Häuser oder Bäume die Sicht. Vielleicht eignet sich auch ein Dachfenster. Wie schon erwähnt habe ich aber alle Fotos in diesem Artikel vor der eigenen Haustür in einem Wohngebiet gemacht.

Als nächstes solltest du deine Kamera sicher auf dem Stativ befestigen und dann grob das Bild komponieren. Schwierig bei der Feuerwerksfotografie ist, dass man nie weiß wo die nächste Rakete hochgeht.

Silvester-Feuerwerk fotografieren 85mm Brennweite
Silvester-Feuerwerk fotografiert mit 85mm Brennweite

Das ist auch ein Problem für die Wahl der Brennweite. Anfangs habe ich ein 85mm Objektiv genommen. Dort war mir der Bildausschnitt allerdings zu klein, wie man im Bild oben sehen kann. Deshalb bin ich auf ein 50mm Objektiv umgestiegen.

Das zeigt einen größeren Ausschnitt des Himmels, manchmal auch schon zu viel davon. Da die Auflösung der meisten Kameras aber hoch genug für ein paar Social Media-Bilder ist, kann man getrost auch etwas verschwenderisch sein und das Bild dann in der Nachbearbeitung zurechtschneiden. Klar, ein perfekter Bildausschnitt direkt beim Fotografieren wäre besser, aber dafür ist das Silvester-Feuerwerk einfach zu unberechenbar.

Silvester-Feuerwerk fotografieren 50mm Brennweite
Silvester-Feuerwerk fotografiert mit 50mm Brennweite

Feuerwerksbatterien sind deine besten Freunde.

Der große Trend der letzten Jahre waren Feuerwerksbatterien. Und die machen auch Fotografen das Leben deutlich einfacher. Falls du siehst, dass eine gestartet wird, hast du ein paar Sekunden Zeit die Kamera auszurichten und kannst dann in Ruhe auslösen. Apropos Zeit – meist habe ich eine Belichtungszeit von 30 Sekunden benutzt. Auch das hilft dabei die Unberechenbarkeit des Feuerwerks auszugleichen. Je länger die Zeit, desto mehr Feuerwerk kann in der Zeit explodieren. Damit die Bilder trotzdem nicht zu hell werden, habe ich den ISO auf 100 und die Blende auf f8.0 eingestellt. Die relativ stark geschlossene Blende hat außerdem den Vorteil, dass man in der Tiefe mehr Schärfe bekommt. Quasi das Gegenteil zur Porträtfotografie, wo meist ein unscharfer Hintergrund erwünscht ist.

Wenn du zu nah einer Batterie dran bist, können die 30 Sekunden Belichtungszeit bei Blende f8.0 auch mal zu viel sein. Dann ist das Bild überbelichtet, wie im folgenden Beispiel.

Überbelichtung beim Fotografieren einer Feuerwerksbatterie an Silvester
30s Belichtungszeit waren bei Blende f8.0 zu lang – das Bild ist überbelichtet.

Allerdings brannte die Batterie so lange, dass ich noch ein zweites Foto machen konnte. Dafür habe ich schnell die Blende auf f14 geschlossen.

Korrekte Belichtung mit Blende f14 beim Fotografieren einer Feuerwerksbatterie an Silvester
Korrekte Belichtung mit Blende f14 beim Fotografieren einer Feuerwerksbatterie an Silvester

Du solltest also die Einstellungen von oben nur als Basis nehmen und dann selber ausprobieren, welche Belichtung passend ist. Wenn du die Fotos noch nachbearbeiten möchtest, ist es in jedem Fall sinnvoll ein wenig (ca eine Blendenstufe) unterzubelichten. So erhältst du mehr Details in den hellen Teilen des Feuerwerks, wie man an dem obigen Beispiel gut sehen kann.

Nah dran kann auch gut aussehen

Für meine beiden Lieblingsfotos vom letzten Silvester bin ich etwas näher heran gegangen und habe etwas von unten fotografiert. Besonders der Rauch sieht auf den Fotos echt cool aus, finde ich.

Feuerwerksbatterie fotografieren an Silvester
Feuerwerksbatterie aus wenigen Metern Entfernung fotografiert.

Ein Warnhinweis an dieser Stelle: Schon die Funken von Wunderkerzen können sowohl dein Objektiv, als auch dich selbst ernsthaft verletzen. Bitte halte genügend Sicherheitsabstand ein! Auch Gehörschutz ist an Silvester sicherlich nicht verkehrt.

Fazit

Ich hoffe, dass ich dir zeigen konnte, dass es keine teure Foto-Ausrüstung braucht um gute Feuerwerksfotos zu machen. Deshalb: Geh raus, hab Spaß und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🙂

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2 Kommentare

  1. Nina Hayder sagt

    Mein Mann möchte ein Feuerwerk kaufen. Gut zu wissen, dass wenn man dieses fotografieren möchte, man eine Kamera braucht, die mind. 15 Sekunden Belichtungszeit hat. Somit sollte es doch mal klappen mit den tollen Fotos.

    • Hallo Nina, vielen Dank für deinen Kommentar! Eine Belichtungszeit von 15s können eigentlich alle Kameras, die einen manuellen Modus enthalten. Auch viele Smartphones können das mit manchen Foto-Apps. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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