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Fuji Instax SQ6 Testbericht

Wenn du mir bei Instagram folgst, hast du vielleicht schon gesehen, dass ich am letzten Wochenende eine Fuji Instax SQ6 Werbung zum Testen ausgeliehen habe. Die Kamera hat mir aber so viel Spaß gemacht, dass ich Marco vom Bremer Fotokontor am Montagmorgen kurzerhand eine E-Mail schrieb und darum bat die Kamera kaufen zu können. Das war natürlich kein Problem und so konnte ich die Kamera einen Tag später mit in den Urlaub nehmen und noch ausgiebiger testen.

Fuji Instax Square SQ6 Testbericht

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Ausstattung der Fuji Instax SQ6

Die Instax SQ6 fotografiert komplett analog, wie die Mini- und Wide-Modelle, nutzt aber das quadratische Film-Format, was bisher der hybriden SQ10 Werbung vorbehalten war. Vom Preis (um die 130 Euro) geht sie aber eher in Richtung der Instax Mini-Serie Werbung , was sie in Kombination mit den erweiterten Funktionen und dem Square-Format voraussichtlich zu einem Kassenschlager für die Instagram-Generation machen wird.

Das Objektiv hat eine Brennweite von 65,75 mm und eine fixe Blende f12,6. Ich konnte leider auf der Herstellerwebsite nicht rausfinden, ob die Brennweite ein Kleinbild-Äquivalent ist, oder nicht.

Rückseite und Bedienelemente der Instax Square SQ6

Schauen wir uns die Funktionen doch einmal an: Auf der Rückseite befinden sich drei Buttons. Mit dem Mode-Button ganz oben kann man durch die verschiedenen Aufnahme-Modes springen. Dort gibt es neben der Automatik auch noch Einstellungen für Selfies, Macro-Fotos, Landschaftsaufnahmen, Doppelbelichtungen, hellere (L) und dunklere (D) Bilder. Eine kleine LED zeigt über dem jeweiligen Icon an, in welchem Aufnahmemodus man sich befindet.
Direkt unter dem Mode-Schalter gibt es noch einen Knopf für einen Selbstauslöser und einen zum Deaktivieren des eingebauten Blitzes. Letzterer hat bei mir auch erstmal für Verwirrung gesorgt. Die kleine LED darüber leuchtet nämlich, wenn der Blitz ausgeschaltet ist. Von vielen anderen analogen Kameras kenne ich das so, dass die Blitz-LED leutet, sobald der Blitz geladen ist. Hier ist es aber genau umgekehrt.
Wo wir gerade beim Blitz sind – Fuji liefert drei farbige Aufsteck-Filter für den Blitz mit, die für kreative Farbeffekte sorgen können.

Falls Euch das Grau meiner SQ6 nicht so gefällt: Es gibt sie auch noch in weiß und in Pinterest-tauglichem kupfer 😉

Fotografieren mit der Fuji Instax SQ6

Das Fotografieren mit der Instax SQ6 macht erstmal einfach Spaß. Für mich ist es irgenwie befreiend ab und zu mal nicht auf Blende, Zeit uns ISO zu achten, sondern sich ganz auf Komposition und Motivfindung zu konzentrieren. Klick, surrrr… fertig. Nichts mehr zu bearbeiten, kaum Ausschuss, kann direkt aufgehängt werden.
Deswegen liebe ich meine Sofortbildkameras so. Als schönen und spielerischen Ausgleich zur professionellen Fotografie. Gerade im Urlaub, wo man Zeit hat neue Dinge auszuprobieren.
So kam es, dass ich konsequenterweise für unseren kurzen Mallorca-Trip neben dem iPhone nur die Instax und vier Filme eingepackt habe. Und ein wenig Zeit um die Kamera näher kennenzulernen. Leichtes Gepäck also. Und das buchstäblich. Die Kamera wiegt mit dem mitgelieferten Gurt und einem halbvollen, eingelegten Film gerade mal 468g. Das kann man bei Tagesausflügen gut aushalten.

Sucherbild vs tatsächliches Bild

Sucherbild vs tatsächliches Bild

Problemkind: Der Sucher

Genervt hat mich ein wenig der Sucher. Der deckt nämlich nicht den gesamten Bildbereich ab, was dazu führt, dass die Komposition nicht immer passt. Dazu kommt, dass er wie bei allen Sofortbildkameras ein wenig seitlich des Objektivs sitzt. Den dadurch entstehenden Versatz lernt man aber mit der Zeit mit einzuberechnen. Nur bei Makro-Bildern sollte man besser auf den Sucher verzichten, über die Kamera hinweggucken und ungefähr schätzen, was im Bild sein wird. Sonst kommt sowas dabei raus 😀

zwei Instax Square-Bilder, links mit Blitz, rechts ohne

Links mit Blitz, rechts ohne

Flash mich!

Ein wenig gewöhnungsbedürftig finde ich den automatisch eingeschalteten Blitz. Gerade bei sommerlichen Urlaubsbildern ist der oft sinnlos, noch mehr bei Landschafts- oder Architekturfotos. Hier könnte die Instax noch ein wenig intelligenter sein und im Landschafts-Modus den Blitz automatisch abschalten. Überhaupt gibt es im Automatikmodus kaum eine Situation, in der der Blitz nicht auslöst. Selbst in der extrem hellen malloquinischen Mittagssonne feuert er freudig drauf los. Da würde ich mir eine etwas hellere Belichtung und weniger Blitz wünschen. Allerdings habe ich bei Portraits auch ein wenig Gefallen am Blitzen gefunden. Dort erlangt man so einen Look, der in die Richtung von Terry Richardson geht.

Blitzfilter der Instax SQ6

Blitzfilter der Instax SQ6

Mit den drei Blitzfiltern habe ich nur kurz rumgespielt, da schreibe ich lieber noch mal einen extra Artikel zu.

Bildqualität der Instax SQ6

Der Look der Fotos aus der neuen Instax gefällt mir generell gut. Das karibisch-blaue Meer fängt der Film genauso gut ein wie das dunkle Grün der Kakteen. Wie ich oben schon schrieb, könnte die Kamera nur bei der Schärfe noch etwas drauflegen. Im Makro- und Landschaftsmodus klappt das ganz gut, nur zwischen 50 cm (da hört der Makromodus auf) und 2 m (da fängt der Landschaftsmodus an) ist ohne Blitz alles irgendwie matschig. Man kann trotzdem damit arbeiten, wenn man sich der Unzulänglichkeiten bewusst ist. Vielleicht stelle ich hier auch zu hohe Ansprüche, wer weiss. Insgesamt betrachtet kann man mit der Instax SQ6 aber richtig tolle Bilder mit viel analogem Charme machen.

Die Aufnahme-Modes

Die von mir meistgenutzte Einstellung war der Landschaftsmodus. Das lag zum einen an den tollen Ausblicken, die Mallorca bietet. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass die Schärfe hier deutlich besser sitzt als im Auto-Modus, der das eigentlich auch können sollte.

Links im Landschafts-Modus ist alles etwas klarer als rechts im Automatikmodus

Links im Landschafts-Modus ist alles etwas klarer als rechts im Automatikmodus

Falls die Belichtung mal zu dunkel ist, was durch den automatischen Blitz relativ häufig vorkommt, kann man mit dem L-Modus ein wenig mehr Licht ins Bild bringen. Der D-Modus bewirkt das Gegenteil.

Der Makro-Modus hat mir auch ganz gut gefallen, damit kann man toll Texturen fotografieren.

Den Selfie-Modus habe ich nicht benutzt, durch den kleinen Spiegel neben der Linse auf der Vorderseite hat man aber eine schöne Kontrollmöglichkeit. Die Kamera passt die Belichtung und die Blitzintensität automatisch auf den geringeren Abstand zwischen Objektiv und Gesicht an. Auch beim Doppelbelichtungsmodus steht ein ausgiebiger Test noch an, den reiche ich dann nochmal nach.

Kritik an der Instax SQ6

Ein wenig meckern muss ich noch über die Batteriewahl und das Stativgewinde. Die Instax SQ6 benötigt zwei CR2-Batterien. Die gibt es zwar auch als Akku, allerdings hätte ich mir einen richtigen, per Mikro-USB aufladbaren Akku wie in der SQ10 gewünscht. Das ist aber sicherlich dem Preis geschuldet.

Das Stativgewinde ist an der unteren rechten Ecke angebracht. Damit fallen alle kleineren und leichteren Stative, wie ein Gorillapod, schon mal raus. Da würde die Kamera nämlich drauf umfallen. Schade! Das ist bei der SQ10 besser gelöst.

Ein wenig aufpassen sollte man beim Fotografieren in die Sonne, hier wirkt das Objektiv scheinbar wie ein Brennglas und hinterlässt dunkle Spuren auf dem Film. Bei einem Spiegelselfie hat das sogar der Blitz geschafft. Vielleicht lag das nur am Film. Hat das einer von euch auch schon erlebt?

Fazit

Die Instax SQ6 Werbung macht Spaß. Zwar gibt es einige kleinere Kritikpunkte, aber die Kamera sorgt bei mir dafür mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Das Bild. Jetzt fehlt nur noch ein Schwarzweiss-Film, dann bin ich vollends glücklich.

Klare Kaufempfehlung!

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