Bei der Zuschauerumfrage auf meinem Youtube-Kanal im letzten Jahr war „Komposition in der Landschaftsfotografie“ ein Thema, dass sich einige gewünscht haben. Deshalb schauen wir uns heute mal an, wie man mit einem Tele-Objektiv in der Landschafts-Fotografie spannende neue Perspektiven finden kann.
Landschaftsfotografie mit Weitwinkel
Wer vor einer tollen Landschaften steht und diese fotografieren möchte, greift instinktiv erst einmal zum Weitwinkel. Bei mir ist das meistens das Sigma 35 mm Art, eine Festbrennweite. Ich mag den Bildwinkel dieses Objektives einfach sehr gerne. Damit bekommt man dann auch ne Menge drauf. Nicht ganz so viel wie mit den 28 mm des iPhone, aber das ist meist schon ZU viel. Ab und zu ist es einfach sinnvoll nicht alles im Bild zu haben. Komposition ist eben auch das Weglassen von unwichtigen oder ablenkenden Bildinhalten. Gibt es also noch ein alternatives Objektiv für Landschaftsfotografie?
Landschafts-Fotografie mit Tele-Objektiv
Hier kommen jetzt längere Brennweiten ins Spiel. Die haben nicht nur den Vorteil eines kleineren Bildausschnitts, sondern lassen den Hintergrund, wie einen Berg in der Ferne, viel näher erscheinen.
Das kann man ganz gut am folgenden Foto vom Thunersee erkennen. Das erste ist mit dem Sigma 50mm Art (Testbericht) aufgenommen. Dort erkennt man zwar die Alpen im Hintergrund, die grüne Wiese im unteren Drittel des Bildes nimmt aber viel zu viel Platz ein. Für das Bild ist sie komplett unwichtig, weil sie für meine sonst so gern gepriesene Regel „Vordergrund macht Bild gesund“ viel zu langweilig ist.

Deshalb habe ich schnell auf mein 100 mm Macro-Objektiv (Testbericht) gewechselt, das nicht nur Macro-Fotos machen kann, sondern auch ein wunderbares leichtes Teleobjektiv ist. Da bot sich dann folgendes Bild:

Die Berge nehmen jetzt einen viel größeren Teil des Bildes ein und die Wiese ist komplett aus dem Vordergrund verschwunden. Zugegeben, ich habe auch ein wenig mehr Himmel mit ins Bild genommen, aber der Effekt wird deutlich, denke ich.
Bei einem Kurztrip nach Hamburg vergangenes Wochenende hatte ich dann wieder das 85 mm und das 35 mm dabei. So könnt Ihr den Effekt auch bei einem Blick von der Kornhausbrücke auf die Elbphilharmonie sehen:
Die leichte Tele-Brennweite des 85 mm eignet sich gut um sich auf einzelne Motive in der Landschaft zu konzentrieren, zum Beispiel dieses Ferienhaus in den Dünen.

Hier noch ein Beispiel von einer Straße in der Sierra Nevada. Bei 35 mm hat man entweder sehr viel Himmel oder sehr viel Straße im Bild. Mit dem Weitwinkel-Objektiv wird auch nicht ganz klar, was der Bild-Inhalt sein soll. Mit dem Tele-Objektiv ist das Bild viel prägnanter, weil es den Hintergrund näher heranholt, man sagt auch komprimiert. Dadurch erkennt man leichter, dass es um eine Straße in den Bergen geht.
Fazit
So eine ungewöhnliche Brennweite kann viel Spaß machen und neue Frische in deine Bilder bringen. Und das natürlich nicht nur in der Landschaftsfotografie. Bei mir hat das 85mm dazu geführt, dass ich viel mehr im Hochformat fotografiere. Probier es einfach mal aus!
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