10 Apps für Fotografen
Test & Technik

10 Mac-Apps, die mir den Fotografen-Alltag erleichtern

Kai

Heute geht es mal weniger ums Fotografieren und auch nicht um Bildbearbeitung. Sondern um das, was vermutlich die anderen 50% (oder noch mehr) der Arbeitszeit eines Fotografen ausmacht: Organisation, Buchhaltung und Workflow-Optimierung.

Deshalb habe ich dir heute 10 Apps herausgesucht, und damit meine ich keine iOS-Apps, sondern Programme für MacOS, die meinen Arbeitsalltag ungemein erleichtern.

Screenshot von MoneyMoney
Screenshot von MoneyMoney

1. MoneyMoney

Die Kontenverwaltungsapp MoneyMoney habe ich an anderer Stelle schon einmal vorgestellt. Ich bin seit Jahren großer Fan, besonders weil der Kundensupport so großartig ist. Gerade im PSD2-Wahnsinn gab es ständig neue Updates und eine gute Kommunikation. Auch auf einige meiner Feature-Wünsche wurde schon eingegangen. So sollte es immer sein!

Was kann die App? Du kannst dort alle deine Bank-, Paypal- und Kreditkartenkonten, sowie Aktiendepots verwalten. So bekommst du einen wunderbaren Überblick über deine Finanzen. Besonders, wenn man Konten bei verschiedenen Banken hat ist das sehr angenehm. Toll sind auch die automatischen Kategorien. So kann man sich zum Beispiel ein monatliches Limit für Restaurant-Besuche setzen. Bei entsprechender Einstellung der Kategorie werden dann alle Buchungen direkt in die Kategorie einsortiert und man sieht auf den ersten Blick, ob man in diesem Monat noch Essen gehen sollte. Ist natürlich nur ein Beispiel 😉

Richtig cool ist auch das magische Copy & Paste-Feature. Du kopierst einfach die komplette Bankverbindung – zum Beispiel aus einer PDF-Rechnung – und MoneyMoney fügt alle Daten in die passenden Felder des Überweisungsformulars ein.

Nun gibt es auch schon eine ganze Menge iOS-Apps und viele Banken bieten Features wie die Kategorien auch in ihrem Online-Banking an. Das ist dann aber meist auf eine Bank oder nur ein paar wenige Features beschränkt.

Insgesamt eine klare Empfehlung für alle, die am Mac mehr als ein Bankkonto verwalten wollen! Einzig eine dazugehörige iOS-App fehlt noch.

Gewinnspiel

MoneyMoney hat mir freundlicherweise drei Rabattcodes zur Verfügung gestellt. Mit dem Code bekommst du MoneyMoney für 19.99€ statt 29.99€ (33% günstiger). Die Codes wurden heute (31.01.20) unter allen Newsletter-Abonnentenper Zufall verlost. Hier kannst du dich ansonsten dafür anmelden. Die Gewinner wurden heute per Email benachrichtig.

» Website von MoneyMoney

Screenshot von JPEGmini
Screenshot von JPEGmini

2. JPEGmini Pro

JPEGmini komprimiert Jpeg-Dateien. So einfach, so simpel. Man legt die hochauflösenden Dateien auf das App-Fenster und dann werden sie um ca 50-80% komprimiert. Je nach Bild. Die Dateigröße kleinerer Bilder wird um ca. 20-40% reduziert. Sichtbar ist diese Komprimierung für mich nicht, aber äußerst nützlich. Denn um z.B. die Ladezeit meines Blogs möglichst kurz zu halten ist die Komprimierung von Bildern unerlässlich. Aber auch für den privaten Foto-Bestand kann das eine wertvolle Investition sein, die eine Menge Speicherplatz spart.

Meine Kundendaten liefere ich inzwischen meist auch komprimiert aus. Besonders bei Reportagebildern. Produktfotos bleiben unkomprimiert, da hier oft noch mit der Datei gearbeitet wird. Meinen Hochzeitskunden möchte ich aber nicht mehr bis zu 10 GB pro Hochzeit zumuten, wenn auch 1-2 GB reichen. Damit geht der Download schneller und die Handhabung ist einfacher. Und falls dann doch mal jemand die Höchste Bildqualität möchte, kann er gerne eine unkomprimierte Datei von mir bekommen. Das Hochladen der komprimierten Dateien spart aber ordentlich Online-Speicherplatz und damit bares Geld.

Der Lightroom-Export beinhaltet zwar auch ein Modul für Kompression, allerdings ist das für mich zu kompliziert. Daher exportiere ich alle Bilder mit 100% und komprimiere sie im Anschluss. Die teurere JPEGmini Pro Suite bietet auch ein Lightroom-Plugin an, bei dem die Kompression schon beim Exportieren angewendet werden kann. Noch ein Unterschied: Mit der günstigeren Pro-Version können nur Bilder bis 28 Megapixel komprimiert werden, die Pro Suite unterstützt bis zu 60 Megapixel.

» JPEGmini Website

Screenshot von Hazel
Screenshot von Hazel

3. Hazel

Hazel ist ein kleines Programm, das im Hintergrund Dateien organisiert. Klingt erstmal total langweilig. Aber gerade im Zusammenspiel mit dem Mac Automator, zu dem wir gleich noch kommen, ist das wahnsinnig mächtig.

Bei mir werden zum Beispiel alle Rechnungs-PDFs, die im Download-Ordner landen, von Hazel automatisch in den Rechnungsordner verschoben. Dort wird der Dateiname um das aktuelle Datum ergänzt. Von dort sendet Automator die Rechnung per Email an meine Buchhaltungssoftware und sortiert die Rechnung danach nach Jahr und Monat sortiert in mein Rechnungsarchiv ein.

Auch die Paketmarken-PDFs oder DMG-Dateien, die sich so gerne im Download-Ordner sammeln, lassen sich so ganz automatisch nach zwei Tagen in den Papierkorb befördern.

Gefunden habe ich die App, weil ich nach einer Möglichkeit gesucht habe auf meinem Mac den Papierkorb automatisch zu entleeren. Das kann sie nämlich auch. Und Dateien auf FTP-Server hochladen. Und Fotos in die Apple Fotos App importieren. Und alte Lightroom-Katalog-Backups löschen. Und und und.

Einziges Manko: Man muss sich etwas reinfuchsen und kreativ sein. Es gilt die Grundregel der Automatisierung: Alles was man dreimal oder öfter macht, sollte man versuchen zu automatisieren.

» Website von Hazel

Screenshot von Apple Automator
Apple Automator

4. Automator

Der in MacOs integrierte Automator ist der nächste logische Schritt, wenn man Hazel benutzt. Wie schon oben beschrieben, lassen sich mit dem Automator viele Dinge automatisieren. Bei mir sendet er aktuell die PDF-Rechnungen aus einem bestimmten Ordner an meine persönliche Emailadresse bei Fastbill, meinem Rechnungsprogramm. Als nächstes werde ich noch versuchen einen Workflow zu erstellen, bei dem alle Bilder, die in einen Ordner liegen auf eine bestimmte Größe skaliert werden. Vielleicht kann man die dann auch noch automatisch mit JPEGmini komprimieren. Dazu gibt es demnächst dann noch einen Extraartikel.

Screenshot von Carbon Copy Cloner
Screenshot von Carbon Copy Cloner

5. Carbon Copy Cloner

Carbon Copy Cloner (oder CCC) spiegelt Festplatten, erstellt Bootfähige Backups oder sichert einzelne Ordner. Quasi Time Machine auf Steroiden. Weil CCC nicht nur das Systemlaufwerk sichern kann, sondern zum Beispiel auch externe Festplatten auf andere externe Festplatten.

Dabei arbeitet die App inkrementell, das heißt es werden nur die Dateien gesichert, die sich verändert haben, was Speicherplatz spart. Die alten Dateien werden dann so lange zusätzlich gespeichert, bis der Speicherplatz der Backup-Festplatte aufgebraucht ist. Funktioniert super und einfach. Pflicht für jeden, der mit Kundendateien arbeitet und ein vernünftiges Backupsystem aufbauen will.

» Carbon Copy Cloner Website

Screenshot von Hyperfocus
Screenshot von Hyperfocus

6. Hyperfocus

Hyperfocus blockt für eine festgelegte Zeit alle Social-Media-Seiten, Chat-Services und Benachrichtigungen, damit du dich auf deine Arbeit konzentrieren kannst. Perfekt für alle Prokrastinatoren. Vorher habe ich das Programm Freedom benutzt, die sind aber auf ein Abomodell umgestiegen, das mir zu teuer war, und meine Version hat mit MacOS Mojave nicht mehr funktioniert. Hyperfocus kostet einmal 14.99$ und das ist ein Spottpreis im Vergleich zum Nutzen.

» Hyperfokus Website

Screenshot von Tresorit
Screenshot von Tresorit

7. Tresorit

Wer auf der Suche nach einer DSGVO-konformen Cloud-Speicher-Lösung ist, sollte sich mal Tresorit anschauen. Einen Testbericht mit allen weiteren Informationen gibt es schon hier auf dem Blog.

» Tresorit Website

Screenshot von Microsoft ToDo
Screenshot von Microsoft ToDo

8. ToDo

ToDo ist die einzige Microsoft-App, die ich nutze. Und ich nutze sie gerne. Man kann To-Do-Listen anlegen, diese in Ordner sortieren und alles wird dann über alle Geräte synchronisiert. Die Aufgaben lassen sich im Team verteilen und auch Unteraufgaben sind möglich. Perfekt! Seit letztem Jahr gibt es auch eine MacOS-App.

Microsoft ToDo ist der Nachfolger der deutschen App Wunderlist, die Microsoft vor ein paar Jahren gekauft hat. Wunderlist wird im Mai 2020 eingestellt, allerdings gibt es ein Export-Tool um die Daten aus Wunderlist in Microsoft ToDo zu übernehmen.

Meine größte Liste ist wohl die mit den Themen-Ideen für den Blog. Aktuell tummeln sich dort 77 Einträge. So schnell geht hier wohl also nicht das Licht aus 😉

Sicherlich gibt es noch tausend ToDo-Apps, aber ich fühle mich mit dieser super wohl und vermisse nichts.

» Microsoft ToDo

Screenshot von CleanMyMac
Screenshot von CleanMyMac

9. CleanMyMac

Mit CleanMyMac räumt man den Rechner auf. Die App kann das Betriebssystem ausmisten, zum Beispiel in dem nicht verwendete Sprachdateien gelöscht werden. Zusätzlich kann man damit auch auf die Suche nach wenig genutzten und großen Dateien gehen, andere Apps komplett deinstallieren (inkl. der Dateien in der Library) oder Dateien und Ordner sicher löschen. Die aktuelle Version enthält sogar einen Scanner für Malware, die es angeblich auch für Macs geben soll 😉

Besonders, wenn man sich nicht die größte Festplattenbestückung beim Kauf mitbestellt hat ist diese App Gold wert! Zusätzlich bleibt das System durch regelmäßiges Benutzen der Software schnell.

» Website von CleanMyMac

Screenshot von Screenflow
Screenshot von Screenflow

10. Screenflow

Screenflow ist ein hervorragendes Programm um Bildschirm-Videos aufzunehmen. Das geht zwar grundsätzlich auch mit dem vom Betriebssystem mitgelieferten Quicktime, allerdings kann man damit keinen Ton von externen Audio-Interfaces aufnehmen. Das ist aber essenziell, wenn man mit einem hochwertigen Mikrofon arbeiten möchte. In der App sind außerdem Möglichkeiten zum Videoschnitt, zur Tonbearbeitung und für Einblendungen enthalten. Allerdings nutzt ich dafür lieber Premiere Pro, weil es mir noch ein paar mehr Möglichkeiten und einen angenehmeren Workflow bietet. Wer allerdings nur Screenvideos aufnehmen möchte, ist mit Screenflow vermutlich sehr gut bedient.

» Screenflow Website

Fazit

Mit all diesen Apps ist mein Arbeitstag deutlich entspannter. Und produktiver. Und bei Selbstständigen ist – im Gegensatz zu Angestellten, die monatlich immer das gleiche verdienen – eine höhere Produktivität gleichbedeutend mit höherem Einkommen. Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum viele Business-Apps so viel teurer sind als die Versionen für Privatanwender: Damit wird Geld verdient.

Hast du noch weitere Vorschläge? Schreib sie in die Kommentare, dann mache ich demnächst vielleicht noch so einen Artikel 😉

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4 Kommentare

  1. Hallo Kai,

    ich wollte nach einiger Zeit mal wieder auf deinem Blog vorbeischauen – und ich wurde nicht enttäuscht. Ich hatte auch schon mal so einen ähnlichen Beitrag auf meinem Blog, aber deiner liefert noch einmal sehr viel guten Input.

    Ich nutze auch Wunderlist, gerade lädt der Export (der Wechsel stand auch auf meiner To-Do Liste). CleanMyMac wird auch ausprobiert. Hyperfocus wollt ich auch laden, allerdings ist dort intern die Download Seite kaputt (vllt klappt es mit einem anderen Browser).

    JPGMini verwende ich schon lange in der Pro Version, sehr gutes Programm. Carbon Copy Cloner ist auch schon im Einsatz.

    Eine Frage zum Screenflow: Ich nehme aktuell wie du schreibst mit Quicktime auf – funktioniert mit meinem Behringer Audio Interface aber einwandfrei. Ich habe dagegen ein anderes Problem: Durch die variable Framerate, die Quicktime aufzeichnet läuft die Footage in Premiere irgendwann asynchron. Hat man dieses Problem mit Screenflow auch? Oder läuft hier auch nach einer halben Stunde Aufzeichnung immer noch Bild und Ton perfekt synchron?

    Weiter so.

    Viele Grüße,
    Markus

    • Hey Markus,
      Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar und das Lob! Das kann ich nur erwidern!
      Bei screenflow kann man sowohl eine variable, wie auch verschiedene fixe Framerates einstellen. Bei mir war bis jetzt immer alles perfekt synchron.

  2. Christian Holemy sagt

    Hi Kai,

    coole Seite & vielen Dank für deine schönen Beiträge. Ich hätte auch einen simplen Trick, wie sich alle Benachrichtigungen bei MacOS ausschalten lassen, ohne dafür ein zusätzliches Programm verwenden zu müssen (obwohl hyperfocus anscheinend gar nicht mehr existiert, denn unter deinem link kommt man zu einer Agentur). Also hier mein Tipp: einfach die „Mitteilungen“ rechts oben anklicken, noch mal raufscrollen, um den oberen Bereich noch mal zu laden und tada man findet eine „nicht stören“ Funktion wie am iPhone.

    • Hallo Christian,
      vielen Dank für den Hinweis auf den Link bei Hyperfocus. Die App scheint es leider nicht mehr zu geben.
      Dein Tipp zum »Nicht stören«-Modus war mir bekannt, ist allerdings nicht das, was Hyperfocus macht/gemacht hat. Es geht mir nicht um die Benachrichtigungen, die sind bei mir eh alle deaktiviert. Das war eher vergleichbar mit der neuen Bildschirmzeit-Funktion unter Catalina. Dort kann man jetzt eine Auszeit planen. Z.B. von 09.00 bis 12.00 Uhr.
      Ich vermute die Bildschirmzeit-Funktion war auch der Grund für das Aus von Hyperfocus.

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