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Was bedeutet der Coronavirus für Fotografen? (Update 17.03.20)

Insolvenz der Künstler?

Diese Woche dürfte auch den Letzten klargeworden sein, was da auf uns zukommt. Seit heute sind die ersten landesweiten Kita- und Schulschließungen beschlossen, öffentliche Veranstaltungen sind größtenteils abgesagt, die Supermarktregale leergefegt. Ausnahmezustand in Deutschland.

Staatliche Hilfen für Fotografen?

Für viele Berufsfotografen sind aber nicht nur die gesundheitlichen Folgen des Virus ein großes Thema, sondern auch die wirtschaftlichen. Im Gegensatz zu Angestellten wird der Lohn bei Freiberuflern und Selbstständigen schließlich nicht einfach weitergezahlt. Wenn Veranstaltungen und Hochzeiten abgesagt werden bedeutet das mindestens Umsatzeinbußen. Und so mancher Fotograf wird dieses Jahr vielleicht durch entgangene Aufträge an den Rand der Existenz gedrängt. In Fotografen-Facebook-Gruppen sammeln sich die verunsicherten Posts.

Petition 1: staatliche Hilfen für KünstlerInnen

Bei OpenPetition ist deshalb eine Petition gestartet worden, die sich für staatliche Hilfen für KünstlerInnen, FreiberuflerInnen und allgemein Kulturschaffende einsetzt. Innerhalb von zwei Tagen haben sich schon mehr als 80.000 Menschen beteiligt. Ich persönlich finde diesen Aufruf sehr unterstützenswert und freue mich, dass scheinbar so viele Leute ebenfalls dahinter stehen. Ein Land ohne Kultur ist ein armes Land.

Hier der Link: openpetition.de/!CoronaHilfe

Petition 2: Befristetes bedingungsloses Grundeinkommen?

Heute habe ich noch eine weitere Petition gesehen, die ein auf sechs Monate befristetes bedingungsloses Grundeinkommen für kleine Betriebe, Selbstständige und Geringverdiener vorschlägt. Bei diesen greift das von der Regierung inzwischen beschlossene Kurzarbeitergeld nicht und wegen der oft geringen Rücklagen sind Kredite auch keine wirklich gute Lösung, weil sie das Problem nur ins nächste Jahr verschieben. Weil Selbstständige in den meisten Fällen auch nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und somit gleich auf Hartz IV-Niveau eingestuft würden, falls sie sich arbeitslos melden, halte ich ein befristetes BGE für eine sehr gute Idee. Zudem wäre das eine sehr unbürokratische und schnell umsetzbare Hilfe.

Hier könnt ihr unterschreiben: change.org

Einen ähnlichen Vorschlag machte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Deutschlandfunk. Er schlägt eine Sofortzahlung von 5000–10000€ vor:

Die kleinen Unternehmen brauchen wirklich Geld in der Tasche. Man muss über Transfers nachdenken, dass man sagt, alle, die beim Steueramt gemeldet sind, kriegen 5000 Euro oder 10.000 Euro in die Tasche, sofort, um diese Zeit lang überleben zu können. Gerade für Solo-Selbständige oder für Selbständige mit sehr kleinen Unternehmen – wir haben weit über vier Millionen, fast fünf Millionen Selbständige in Deutschland, viele davon solo-selbständig. Das wäre ein Weg, wie man das gestalten kann. Aber nochmals: Es ist im Augenblick wahnsinnig riskant und frühes Handeln ist wichtig. Es geht ja hier vor allem um Vertrauen und viele Unternehmer haben Angst, sagen, ich weiß gar nicht, wie soll ich das stemmen, und ihnen diese Angst zu nehmen, wieder Vertrauen herzustellen, das ist wahnsinnig wichtig.

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW im Deutschlandfunk

Welche Rechte haben Fotografen bei Absagen oder Quarantäne?

Nicht nur abgesagte Veranstaltungen oder Aufträge können die Existenz bedrohen, auch eine eventuelle Quarantäne hat schwere Auswirkungen auf die Arbeit. Welche Rechte und Pflichten selbstständige Fotografen in diesem Fall haben, hat die Justiziarin des BFF in einem Artikel zusammengefasst. Dort ist zum Beispiel zu erfahren, wann ein Anspruch auf Entschädigung vom Gesundheitsamt besteht, oder wo Kurzarbeit für Betriebe mit mehreren Mitarbeitern angemeldet werden kann.

Hier der Link: bff.de

Weitere Informationen

An dieser Stelle möchte ich noch einige generelle Medienempfehlungen aussprechen.

Ein Podcast zum Coronavirus, den ich den letzten Tagen aufgrund seiner Gelassenheit, Kompetenz und Ausführlichkeit sehr zu schätzen gelernt habe, ist das „Coronavirus Update“ von NDR Info. Dort spricht der NDR montags bis freitags mit Prof. Dr. Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité.

Link: NDR Info

Die Süddeutsche hat einen Data-Science-Artikel mit Visualisierungen zum Coronavirus veröffentlicht, der die Zusammenhänge zwischen den drastischen öffentlichen Maßnahmen und dem Virus sehr gut erklärt.

Link: sueddeutsche.de

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