Fotografie
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Blitzen für Anfänger – Teil 1: Das richtige Equipment

Aufsteckblitz von Yongnuo entfesselt blitzen für Anfänger

Falls du wie ich ein Fotografie-Autodidakt bist, kann das große Thema Blitzen am Anfang erstmal sehr entmutigend und kompliziert erscheinen. Und warum sollte man als Fotograf überhaupt blitzen können? Die Kameras werden immer besser und besser, besonders im Dunkeln. Braucht es da noch einen Blitz? Kann man nicht auch Available Light*-Fotograf sein und ausschließlich mit Tageslicht arbeiten?

Warum sollte man überhaupt blitzen?

Klar kann man das. Und selbst manche Profis haben Angst vor dem Blitzen und nutzen das Label „Available Light Fotograf“ als Ausrede um nicht blitzen zu müssen. Aber ein Blitz ist ein wertvolles Gestaltungswerkzeug. Er gibt dir in vielen Situationen mehr Spielraum.

Zum Beispiel kannst du damit schnelle Bewegungen einfrieren, wenn eine kurze Belichtungszeit nicht möglich oder nicht gewollt ist.

Bewegungen einfrieren mit Aufsteckblitz
Hier habe ich mit dem Blitz, der sogar im Bild zu sehen ist, die Bewegung der Wassertropfen „eingefroren“

Der nächste Vorteil ist der Preis. Schon mit günstigen Aufsteckblitzen kann man eine Menge machen. Im Vergleich zu Dauerlicht wie LED-Panelen oder Halogen-Lampen sind Blitze für die gelieferte Power auch klare Preis-Leistungssieger. Um also genauso helles Licht auf einem Foto mit Dauerlicht zu bekommen, wie mit einem Blitz muss man deutlich mehr Geld ausgeben.
Auch Zubehör wie Funkauslöser, Softboxen oder Stative ist inzwischen sehr günstig erhältlich, sodass kaum etwas dagegen spricht einen Blitz zu benutzen.

Studioportrait mit entfesseltem Aufsteckblitz
Eines meiner Studioportraits, die ich mit zwei Aufsteckblitzen in einem Schirm bei mir zuhause in der Küche fotografiert habe

Gegenüber Dauerlicht blenden Blitze auch nicht so stark. Bei meinem Test mit einem Rotolight Anova Pro 2 vor einigen Monaten musste mein Model bei der benötigten Leistung die Augen zukneifen, weil das Licht so hell war.

Der größte Vorteil ist aber wohl die Freiheit dir deine eigenen Lichtbedingungen zu schaffen. Du bist mit einem Blitz nicht auf das Wetter, eine bestimmte Tageszeit oder die Lichtverhältnisse in einem Raum angewiesen, du kannst sie einfach selbst herstellen.

Das erfordert natürlich viel Übung und auch ein wenig Wissen. Letzteres möchte ich Dir mit dieser Serie über das Blitzen ein wenig vermitteln, sodass du üben kannst.

Das richtige Equipment

Ich gebe zu, diese Überschrift ist ein wenig irreführend, weil es nicht das eine „richtige“ Equipment gibt. Aber ich möchte Dir hier meine Empfehlung für den Einstieg geben.

Aufsteckblitz von Yongnuo entfesselt blitzen für Anfänger

1. Ein guter Aufsteckblitz

Aufsteckblitze sind super! Das sind die, die man oben auf eine Kamera stecken kann. Sie sind klein, relativ leicht und man kann sehr viel damit machen. Meine Studiobilder bei Instagram entstehen zu 99% mit zwei Aufsteckblitzen in einer großen Schirmsoftbox. Was eine Softbox ist? Erklär ich später 😉

Bis Anfang des Jahres habe ich zwei ältere Canon Aufsteckblitze benutzt, habe dann aber auf zwei günstige Yongnuo umgestellt, da diese einen großen Li-Ion-Akku benutzen, der deutlich mehr Power hat, als die vier AA-Akkus in meinen Canons. Zusätzlich haben die Yongnuos auch einen Funkempfänger und einen sogenannten optischen Slave-Modus eingebaut. Damit kann der Blitz immer dann auslösen, wenn irgendwo im Raum ein Blitz gezündet wird. Das benutze ich zum Beispiel bei meinen Instax-Kameras, bei denen man keinen Blitz direkt anschließen kann.

Außerdem sind die Yongnuos auch deutlich günstiger bei teilweise besserer Leistung als die Original Canon Blitze.

Es gibt auch noch weitere günstige Hersteller, zum Beispiel Godox, Nissin oder Rollei. Du solltest auf jeden Fall beim Kauf darauf achten, dass der Blitz zu deiner Kamera kompatibel ist und dass er entweder einen eingebauten Funkempfänger hat, oder du ein Funkauslöserset kaufst, dass sowohl Sender als auch Empfänger beinhaltet.

Yongnuo Funkauslöser für entfesselt blitzen

2. Funkauslöser

Hier nutze ich den passenden Yongnuo-Funk-Auslöser im Frequenzbereich von 2,4 GHz. Da das auch der Bereich ist, den WLAN-Netzwerke benutzen, hatte ich mit Problemen gerechnet, aber bis jetzt keine feststellen können. Das Teil funktionier super und man kann von der Kamera aus die Einstellungen des Blitzes verändern, was sehr praktisch ist.

Es gibt auch noch andere günstigere Modelle von Yongnuo, wie die 622-Serie die auch super funktionieren.

Viele Profis, vor allem aus den USA, schwören auf das System von Pocket Wizard, die konnte ich bisher aber noch nicht ausprobieren.

Durchlichtschirm für entfesseltes Blitzen

3. Durchlichtschirm

Ein Durchlichtschirm ist ein sehr günstiger und einfacher Lichtformer. Er macht das Licht diffuser, also weicher. Das bedeutet, dass die Schatten keine harten Kanten haben, sondern wie an einem bewölkten Tag ganz weich auslaufen. Je größer der Schirm, desto weicher das Licht. Für den Anfang würde ich einen Schirm mit ca 110cm Durchmesser empfehlen, das ist ein guter Kompromiss aus weichem Licht und Handhabbarkeit.

Für hartes Licht lässt man dann den Schirm einfach weg.

Stativ für entfesseltes Blitzen

4. Ein gutes Stativ

Während ich bei Blitz, Funkauslöser und Durchlichtschirm eher zu den günstigen Produkten rate,  empfehle ich beim Stativ lieber ein wenig zu investieren. Da habe ich mit den günstigen Varianten echt schlechte Erfahrungen gemacht. Verbogene Rohre, Drehverschlüsse, die bei der ersten Benutzung durchdrehen oder abbrechende Klappverschlüsse. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben und dann mehrere Jahre Freude daran haben.

Ich habe gute Erfahrungen mit den Manfrotto Compact AC gemacht. Bei denen kann man sogar mehrere zusammen clippen und z.B. drei Stück mit einer Hand transportieren. Mega! Ähnliche Stative gibt es auch von Bowens und Profoto, die habe ich aber noch nicht in der Hand gehabt.

Manfrotto Blitzneiger für entfesseltes Blitzen

5. Ein guter Schirmneiger

Der Schirmneiger wird dafür benötigt den Schirm und den Blitz auf dem Stativ zu befestigen. Aktuell nutze ich einen von Manfrotto. Der ist zwar mit über 30€ relativ teuer und auch massiv gebaut, empfehlen kann ich ihn aber nicht so richtig. Er wurde schon nach kurzer Zeit wackelig. Es gibt aber auch keine vernünftige Alternative. Wenn du eine kennst, schreib sie bitte in die Kommentare, ich suche noch 😉

Fazit

Das war es erstmal. Hier noch einmal die Zusammenfassung mit einem Beispiel-Anfänger-Blitzset:

  1. Blitz: Yongnuo YN 685* (Der YN686 mit Li-Ion-Akku ist aktuell nicht bei Amazon erhältlich) Das N oder C dahinter steht für die Nikon- oder Canon-Variante 
  2. Funkauslöser: Yongnuo YN-622* N oder C
  3. Schirm: 110cm Durchlichtschirm, z.B. von Quenox*
  4. Stativ: Manfrotto Compact AC*
  5. Schirmneiger: Manfrotto Blitzneiger*

Insgesamt hat man mit einem überschaubaren Investment von knapp unter 300€ ein stabiles und vielseitiges Blitz-Set zusammen.

Im nächsten Teil meiner Serie zum Blitzen wird es um den Blitz auf der Kamera gehen, und wie man damit bessere Ergebnisse erziehlt. Fotografierst du mit Olympus, Fuji und Sony und hast einen Tipp für Aufsteckblitze? Dann schreib ihn doch in den Kommentar unten!

Meine Serie Blitzen für Anfänger

  1. Equipment für Blitz-Anfänger
  2. Der interne Blitz
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